Nachruf

Kunstforum trauert um Eckhard Redmann

Das Kunstforum Seligenstadt trauert um Eckhard Redmann. Mit ihm verliert der Verein eines der engagiertesten Mitglieder: Eckhard war Mitbegründer, Vorstand und Ehrenmitglied. Er hat wesentlich dazu beigetragen, dass das Kunstforum in jetzt mehr als drei Jahrzehnten das kulturelle Leben in Seligenstadt entscheidend mitgestaltet. Unermüdlich setzte er sich für die Galerie, die Theatergruppe und die Musik-Kleinkunstgruppe ein. 1999 verlieh die Stadt Seligenstadt den Kulturpreis an Eckhard Redmann, 2005 erhielt das Kunstforum den Kulturpreis des Kreises Offenbach. Da Sach- und Geldzuwendungen einem Kunst- und Kulturverein größeren finanziellen Spielraum schaffen, setzte sich Eckhard Redmann auch für die Schaffung des Fördervereins Kunstforum ein, der 2004 gegründet wurde.

Eckhard Redmann wurde am 20. März 1941 in Liebenzig bei Görlitz in Niederschlesien geboren. Aufgewachsen ist er in Schleswig-Holstein. Zum Studium ging der spätere Chemieingenieur nach Essen, wo er durch seine Kontakte zu Studierenden der Folkwang-Schule moderne Kunst schätzen und lieben lernte. Eckhards umfangreiche Kenntnisse, seine zahllosen Kontakte und Freundschaften zu Künstlerinnen und Künstlern, seine Ideen und Ratschläge haben das Kunstforum maßgebend geprägt. Wie kein anderer hat sich Eckhard um das Kunstforum verdient gemacht: er „lebte“ das Kunstforum. Wenn es darum ging, etwas für den Verein zu erreichen, konnte  er sehr hartnäckig sein. Charme und feiner Humor, Liebenswürdigkeit im Umgang mit Menschen und ein nie erlahmender Idealismus trugen zu seinem Erfolg bei.

Eckhard Redmann verstarb am 25. April 2017 nach langer Krankheit. Seiner Frau Hildegard und seiner Familie gilt das Mitgefühl von Vorstand und Mitgliedern des Kunstforums.

Die Trauerfeier ist am Freitag, 12. Mai 2017, um 12.30 Uhr in der evangelischen Kirche in Seligenstadt; die Urnenbeisetzung findet im Familienkreis statt.
Statt Blumen erbittet die Familie Geldspenden an die Palliativstation 800 in Offenbach, Verwendungszweck 377052 Eckhard Redmann, IBAN: DE80 5054 0028 0422 4713 00.


Das Kunstforum Seligenstadt hatte im ersten Halbjahr 2013 zwei schwerwiegende Verluste zu beklagen …

Trauer um Dr. Michael Bergmann


Das Kunstforum Seligenstadt e.V. trauert um Dr. Michael Bergmann. Mit ihm verliert der Verein einen engagierten Vorstandsvorsitzenden, von dessen juristischem Fachwissen er in hohem Maße profitierte. Noch mehr zu beklagen ist der Verlust eines guten Freundes.  

Schon bei der Gründung des Kunstforums im Jahr 1986 war Michael Bergmann mit dabei. Seine berufliche Karriere ließ ihm zunächst keine Zeit für ein weiteres Mitwirken im Verein. Unter anderem führte ihn sein Weg nach Iserlohn, wo er als Personalchef und Geschäftsführer eines namhaften Unternehmens tätig war; doch die Kontakte zu seiner Heimatstadt und auch zum Kunstforum rissen nie ab. Später als selbstständiger Anwalt in Offenbach tätig, war auch das Kunstforum wieder nah. 2009 übernahm er das Amt eines der drei  gleichberechtigten Vorstandsvorsitzenden.

Damit gewann das Kunstforum in seiner  Spitze einen versierten Juristen, der in freundlicher, verbindlicher Art und Weise auch kontroversen Diskussionen die Schärfe zu nehmen verstand und komplizierte Sachverhalte auf den Punkt brachte.  Michael Bergmann, „der Mann mit der Fliege“, war aber auch ein Mensch, der die Ärmel hochkrempelte und ganz handfest zupacken konnte.

Seine Persönlichkeit war stark geprägt durch den frühen Tod seines Vaters. Bereits als 15-jähriger und Ältester von acht Geschwistern musste er Verantwortung für seine Familie übernehmen. Hochbegabt, schloss er sein Jurastudium mit der Promotion ab. Höchsten Respekt verdient sein soziales Engagement. Das große Geldverdienen stand bei ihm nie im Vordergrund, ihm ging es in erster Linie um den Menschen in Not. So beriet er bereits als junger Anwalt Kriegsdienstverweigerer und setzte seine juristischen Fachkenntnisse auch gern für die Ratsuchenden beim „Weißen Ring“ ein. Engagiert zeigte sich Michael Bergmann zudem in der Katholischen Kirche und beim Seligenstädter Verein „Lichtblick“. Hier arbeitete er als 2. Vorsitzender mit.

Von all dem machte er nicht viel Aufhebens. Michael Bergmann war kein lauter Mensch, der sich in den Vordergrund drängte. Als Weinkenner und Genießer war er auch gerne ein stilvoller Gastgeber für seine Freunde. Seine Familienkontakte pflegte er trotz seines hohen Arbeitsaufkommens stets intensiv. Das Radeln war sein Hobby - auf einer Fahrradtour am 18. Mai ist Dr. Michael Bergmann verstorben. Seiner Frau Ulrike und den Kindern Milena und Jean-Michel gilt das Mitgefühl von Vorstand und Mitgliedern des Kunstforums.

Trauer um Gernot Walther

Das Kunstforum Seligenstadt e.V. trauert um Gernot Walther. Mit ihm verliert Seligenstadt einen ideenreichen  Gestalter einer facettenreichen kulturellen Landschaft. Der gebürtige Mannheimer lebte mit seiner Frau Bärbel seit 2002 in Seligenstadt und engagierte sich bald mit großer fachlichen Kompetenz im Förderverein Altes Haus – Galerie Kunstforum, im Verein Lebenswerte Seligenstädter Altstadt und sechs Jahre als Vorsitzender des Kunstforums Seligenstadt. Als Architekt hat er sich kenntnisreich für die Belange des Alten Hauses  aus dem Jahr 1327  in der Bedeutung als museales Gebäude wie auch als Galerie für Gegenwartskunst eingesetzt.

Sowohl auf der Bühne wie auch im vielfältigen administrativen Bereich des Kulturbetriebes war er mit Leidenschaft zu Hause. Der Kulturszene in Buchschlag verlieh er als Vorstandsmitglied im Kulturellen Förderkreis Buchschlag seit dessen Gründung 1975 wesentliche Impulse.

Als Akteur in seinem 52-jährigen Bühnenleben verkörperte er überzeugend jeden Rollentypus. Bereits Anfang der 1960-er Jahre gastierte er mit dem Ensemble Frankfurter Spielkreis mit „Biedermann und die Brandstifter“ (Max Frisch) in Berlin. 1974 trat er in Dreieich dem noch jungen Kabarettensemble Hengstbachbrettl bei, aus dem 1980 die Stachelbären wurden, eine Kabarettgruppe, die mehrfach stets vor ausverkauftem Haus im Seligenstädter Riesen auftrat. Die Stachelbären, denen Walther bis zu deren Ende 30 Jahre angehörte, charakterisierten ihn mit den Worten „Gernot war unser Dichter, Denker, Texter, Komponist, Zeichner, Tüftler, Herz und Motor. Kunst, Kultur, Musik, Architektur – Gernot hatte viele Facetten und Interessen.“

Im Theaterensemble Kunstforum war er eine integrierende  Kraft und ein brillanter Schauspieler. Unvergessen seine Rollen im „Fröhlichen Weinberg“, im Zwei-Personen-Stück

„Quiz-Show“ gemeinsam mit Claus Holstein, in „Lysistrata“  und der Revue „Liebe und andere Grausamkeiten“ jeweils an der Seite der großartigen Francoise Gessler.

Als sich am 4. November 2012 der Theatervorhang im Riesen zum letzen Mal schloss, ahnte niemand, dass es für Gernot Walther – hier in der Rolle des „Romeo“ - der letzte Vorhang sein sollte. Am 27. Januar 2013 ist Gernot Walther im Alter von 73 Jahren einer schweren Krankheit erlegen.